Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Bohrungstiefe zu Durchmesser

Das Maß, das eine Bohrung schwierig macht, ist selten der Durchmesser allein. Entscheidend ist das Verhältnis t/d aus Tiefe und Durchmesser. Eine Bohrung von 10 mm Durchmesser und 20 mm Tiefe hat t/d = 2,0; bei 50 mm Tiefe ist es 5,0. Mit jedem Schritt in die Tiefe wächst der Weg, den das Werkzeug im Loch zurücklegt, und mit ihm der Weg, den Späne und Kühlschmierstoff nehmen müssen.

Drei Wirkungen kommen zusammen: Die Spanabfuhr wird enger, weil die Späne durch dieselbe Öffnung hinaus müssen, durch die das Werkzeug hinein ist. Der Kühlschmierstoff erreicht die Schneide schwerer. Und ein langes, schlankes Werkzeug gibt unter Last nach, sodass die Bohrung von der Achse abweichen kann. Die Mechanik entspricht der schlanker Teile, nur dass hier das Werkzeug der schlanke Teil ist.

Der Drehbarkeits-Check bildet t/d und zeigt es als Kennzahl ohne Klasse. Ab welchem Wert eine Bohrung als tief gilt, hängt vom Werkstoff, vom Durchmesser und von der verlangten Geradheit ab; diese Seite nennt keine Grenze, die sie nicht belegen kann. Sicher ist die Richtung: Ein kleineres Verhältnis ist in jedem Fall einfacher.

Sacklochbohrung im Halbschnitt mit Tiefe, Durchmesser und Wanddicke Schnittbild eines frei erfundenen Dreh-Schemas: ein Zylinder mit einer Sacklochbohrung von der linken Stirnseite. Bemaßt sind die Bohrungstiefe t, der Bohrungsdurchmesser d und die Wanddicke w. Schemaskizze, kein Teil aus einer Lieferung. Tiefe t d w Wanddicke w Bohrung: Grund und Auslauf angeben Verhältnis t / d Tiefe geteilt durch Durchmesser, Wanddicke w = (D − d) / 2
Schemaskizze: Sacklochbohrung im Halbschnitt mit Tiefe t, Durchmesser d und Wanddicke w. Kein Teil aus einer Lieferung.
01

Durchgangsbohrung

Sie hat kein Ende im Material, Späne und Kühlschmierstoff können auf der anderen Seite austreten. In der Zeichnung genügt der Durchmesser mit seiner Toleranzklasse; die Tiefe ergibt sich aus der Teillänge.

02

Sackloch

Hier endet die Bohrung im Material. Der Bohrungsgrund muss in der Zeichnung stehen: flach, konisch oder mit Radius. Ein Auslauf am Boden gehört ebenso dazu wie die nutzbare Tiefe, bei Gewinden zusätzlich die Gewindetiefe.

03

Innenkontur

Eine Kontur mit Absätzen, Hinterschnitten oder Rundungen innen wird nicht gebohrt, sondern ausgedreht. Das Werkzeug muss durch die Öffnung hinein, die Kontur darf also nicht enger sein als der Weg des Werkzeugs.

Das Bohren selbst, einschließlich Senken und Reiben, beschreibt DIN 8589-2; diese Seite nennt die Norm als Verfahrensbegriff und gibt keine Werte daraus wieder. Für die Zeichnung gilt: Eine Bohrung, deren Grund oder Auslauf offen bleibt, löst eine Rückfrage aus, und jede Rückfrage verlängert den Weg zum Angebot.

Wanddicke bei Hohlteilen

Ein Hohlteil entsteht, wenn eine Längsbohrung dem Außendurchmesser nahekommt. Seine Wanddicke ist w = (D − d) / 2. Wichtig ist nicht der absolute Wert, sondern das Verhältnis w/D zum Außendurchmesser: Je kleiner es ist, desto dünner ist die Wand im Verhältnis zum Teil und desto leichter verformt sie sich beim Spannen und beim Abtragen.

Die Verformung hat zwei Ursachen. Beim Spannen drückt die Aufnahme auf die Wand und macht sie oval, beim Lösen federt sie zurück. Beim Abtragen schwächt jeder Schnitt die Wand weiter, und zuletzt liegt die dünnste Stelle unter dem Werkzeug. Beide Wirkungen sind umso stärker, je dünner die Wand ist.

Der Check bildet w und w/D wie t/d als Kennzahl ohne Klasse. Als Hebel bleibt die Wanddicke selbst: eine dickere Wand, wo die Funktion es zulässt, oder ein dünnwandiger Bereich, der kurz gehalten wird. Dazu gehört ein Hinweis in der Zeichnung, welche Fläche Bezug ist, wenn Außen- und Innenfläche zueinander laufen sollen.

  • Wanddicke w = (D − d) / 2
  • Kennzahl w/D als Verhältnis zum Außendurchmesser
  • dünnere Wand verformt sich beim Spannen und beim Abtragen stärker
  • Hebel: Wand dicker oder den dünnwandigen Bereich kurz halten

Angaben für die Anfrage: Bohrung und Tiefe

Für jede Bohrung nennt die Anfrage den Durchmesser, die Tiefe, die Art des Bohrungsgrundes und, wo die Zeichnung sie trägt, die Toleranzklasse als Angabe. Bei Hohlteilen kommt der Außendurchmesser hinzu, damit die Wanddicke feststeht, bei Sacklöchern die Aussage zum Auslauf. Zahlenwerte für Toleranzen setzen Sie aus Ihrer Zeichnung ein; hier stehen keine.

Das Ergebnis des Drehbarkeits-Checks enthält t/d und w/D bereits als Text, sodass die Anfrage sie nur noch übernimmt. Liegt die Zeichnung erst als Entwurf vor, genügen die Maße, die feststehen; offene Angaben markieren Sie als offen, statt sie zu schätzen.

  • Durchmesser und Tiefe jeder Bohrung
  • Durchgang oder Sackloch, bei Sackloch Grund und Auslauf
  • Außendurchmesser bei Hohlteilen
  • Toleranzklasse als Angabe der Zeichnung

Häufige Fragen

Je größer das Verhältnis aus Tiefe und Durchmesser, desto länger ist der Weg im Loch, den auch Späne und Kühlschmierstoff nehmen müssen. Der Check nennt dieses Verhältnis als Kennzahl und ordnet es keiner Klasse zu, weil die Grenze vom Werkstoff und von Ihrer Forderung abhängt.

Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026

Teil eingeordnet? Dann gehört die Zeichnung in Ihre Anfrage.

Hängen Sie Zeichnung und Modell an, am besten mit dem Text aus dem Drehbarkeits-Check. Rückfragen zu offenen Stellen stellen wir, bevor wir anbieten.

Zur Alten Ruhr 4a, 59755 Arnsberganfragen@evotec-gmbh.de